Ohne Rüstung Leben e.V.
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Nachrichten - 10. September 2026

Bundesregierung plant Rekord-Aufrüstung: 140 Milliarden für die Bundeswehr im Haushalt 2027

Finanzminister Lars Klinbeil plant neue Rekordausgaben für die Rüstung - Bildmontage mit Raketen
Bildmontage: Ohne Rüstung Leben. Foto rechts: Michael Lucan, commons.wikimedia.org/wiki/File:2026-02-04_Lars_Klingbeil_2635.jpg (CC BY-SA 3.0) [Lizenz]

Im Bundeshaushalt 2027 plant der Finanzminister Rekordausgaben für Rüstung und Militär. Bei Sozialstaat, Investitionen in die Zukunft unserer Gesellschaft sowie der humanitären und internationalen Hilfe wird erneut der Rotstift angelegt. Wir stellen uns gegen diese fatale Entwicklung!


Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat seinen Entwurf für den Haushalt 2027 im Bundestag vorgestellt. Die wohl gravierendste Entwicklung: Der Verteidigungsetat steigt weiter rapide an. 109,7 Milliarden Euro sind im Kernhaushalt für Verteidigung veranschlagt - ein Plus von 27 Milliarden Euro! Hinzu kommen rund 30 Milliarden Euro aus dem rein schuldenfinanzierten "Sondervermögen".


Begründungen halten sachlicher Prüfung nicht stand

Zur Einordnung: Schon der weitaus niedrigere Etat im vergangenen Jahr bedeutete die weltweit vierthöchsten Militärausgaben. Deutschland lag damit deutlich vor Ländern wie Indien, Großbritannien, der Ukraine und Saudi-Arabien. In den vergangenen zehn Jahren hatten sich die deutschen Militärausgaben zudem bereits mehr als verdoppelt. Quelle: SIPRI [PDF-Download]

Ohne Rüstung Leben kritisiert scharf, dass die Bundesregierung weiterhin versucht, friedens- und sicherheitspolitische Ziele einseitig durch immer mehr Geld für die Bundeswehr zu erreichen. Nicht nur bringt diese Politik vor allem neue Gewinne für die Rüstungsindustrie. Unser Faktencheck "Mythen der Militarisierung" zeigt auch: Die Begründungen für die beispiellose Aufrüstung halten einer sachlichen Überprüfung oft nicht stand. 

Hier finden Sie unseren Faktencheck "Mythen der Militarisierung"

 
Aufrüstung auf Kosten des sozialen Friedens und der humanitären Hilfe

Dass Schwarz-Rot bei den Rüstungsausgaben anscheinend jedes Maß verloren hat, geht zudem auf Kosten wichtiger Zukunfts-Investitionen: Trotz massiver Neuverschuldung will der Finanzminister bis 2030 erhebliche Kürzungen im Gesundheitsbereich, bei Bildung und Familie sowie im Verkehrsministerium vornehmen. Wohngeld und Elterngeld werden beschnitten. Der Etat des Entwicklungsministeriums wird bereits zum sechsten Mal in Folge zusammengestrichen. Und auch die Mittel für humanitäre Hilfe sinken erneut.

"Wichtige Mittel für Krisenbewältigung, Hungerbekämpfung, Klimafinanzierung und zivilgesellschaftliches Engagement sinken, gleichzeitig verliert Deutschland international an Glaubwürdigkeit und Einfluss", warnt der Verband für Entwicklungspolitik VENRO. Wie sehr das internationale Ansehen der Bundesrepublik bereits leidet, zeigte sich unter anderem deutlich bei der gescheiterten Bewerbung für den UN-Sicherheitsrat.

 
Ohne Rüstung Leben fordert einen Stopp der maßlosen Aufrüstung

Der Bundeshaushalt 2027 offenbart eine fatale Einseitigkeit: Während das Geld für Panzer und Raketen unbegrenzt fließt, wird bei der humanitären und internationalen Hilfe, beim sozialen Frieden im Land und bei Investitionen in die Zukunft unserer Gesellschaft erneut der Rotstift angelegt. Mehr Waffen statt nachhaltiger Zukunftsvisionen - da verwundert es nicht, dass das Vertrauen in Staat und Bundesregierung auf alarmierende Weise sinkt. 

Wir fordern die Abgeordneten des Bundestages auf, diesem Aufrüstungshaushalt nicht zuzustimmen! Dass nachhaltiger Frieden und eine sichere Zukunft durch immer mehr Waffen und Abschreckung erreichbar wären, ist ein Trugschluss. Daher fordern wir einen Stopp der maßlosen Ausgaben für die Aufrüstung. Nötig sind mehr Investitionen, die unser aller Leben verbessern - zum Beispiel in Gesundheit, Bildung, Soziales und Klimaschutz.

 

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Faltblatt: Mythen der Militarisierung im Faktencheck

Faltblatt: Mythen der Militarisierung
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