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Corona-Friedenstagebuch - 29. Mai 2020

Corona-Friedenstagebuch (9): Die Schwächsten vor den Folgen der Krise schützen

Corona-Friedenstagebuch von Ohne Rüstung Leben

 

Das Thema "Frieden" findet zwar aktuell kaum Aufmerksamkeit, doch die Corona-Pandemie und unser Umgang damit hat ganz konkrete Auswirkungen auf friedenspolitische Themen.

Jeden Freitag betrachten wir einen anderen Aspekt der Corona-Krise aus friedenspolitischer Perspektive und laden Sie ein, unsere Gedanken und Impulse mitzudenken und zu teilen.


 

Corona-Friedenstagebuch (9): Die Schwächsten vor den Folgen der Krise schützen


Drehen wir die Uhr ein paar Wochen zurück: Die Auswirkungen der Corona-Pandemie waren gerade so richtig in unserem Alltag angekommen. Leere Supermarktregale, Hamsterkäufe, ausverkauftes Toilettenpapier, Haltbares wie Bohnen und Pasta war Mangelware. Für die meisten in Deutschland waren die vorübergehenden Nahrungsmittelengpässe etwas, das sie noch nie zuvor erlebt hatten.

Und obwohl die Bundesregierung beteuerte, dass die Versorgung gesichert sei, waren diese Tage einschneidend und hinterließen in vielen von uns eine nachhaltige Verunsicherung. Die Sorge, nicht genügend Essen zu haben – für uns und unsere Liebsten – berührt etwas Existentielles und löst tiefe Ängste aus. Instinktiv wissen wir, dass Hunger etwas Furchtbares ist.


Gewaltsame Konflikte gehören zu den Hauptursachen von Hunger

Für mehr als 820 Millionen Menschen weltweit ist dies jedoch bitterer Alltag. Während in Deutschland die Supermarktregale längst aufgefüllt sind, gehen sie jede Nacht hungrig zu Bett.

Die Gründe sind vielfältig: Ungleich verteiltes Land und Landraub, Armut, Wetterextreme wie Dürren oder Starkregen aufgrund der Klimakrise, Nahrungsmittelspekulation und der weltweite Fleischkonsum sind bedeutende Faktoren.

Gleichzeitig gehören gewaltsame Konflikte zu den Hauptursachen von Hungerkrisen. Landwirtschaftliche Infrastruktur - etwa für die Bewässerung - wird zerstört und Angriffe zwingen die ländliche Bevölkerung zur Flucht. Die Produktivität sinkt, Ernten fallen aus, Märkte werden nicht erreicht. Humanitäre Hilfe kommt in Konfliktregionen zudem oft nur schwer oder gar nicht dort an, wo sie gebraucht wird.

Durch die Corona-Pandemie wird die Situation in vielen Konfliktländern nun weiter verschärft.

Welternährungsprogramm warnt vor Hungerpandemie

Bei der virtuellen Sitzung des UN-Sicherheitsrates Ende April fand David Beasely, Direktor des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen, klare Worte. Die Welt sei nicht nur mit einer globalen Gesundheitspandemie konfrontiert, sondern auch mit einer globalen humanitären Katastrophe: "Millionen von Zivilisten, die in von Konflikten zerrütteten Nationen leben, darunter viele Frauen und Kinder, werden an den Rand des Hungertodes gedrängt".

Die Corona-Pandemie und ihre wirtschaftlichen Folgen könnten bis Ende 2020 dazu führen, dass doppelt so viele Menschen an schwerem oder extremem Hunger leiden, schätzen die Vereinten Nationen. "An vielen Orten ist dieses menschliche Leid der schwere Preis von Konflikten", resümierte Beasely.


Die Schwächsten schützen

Unsere eigene Betroffenheit in der Corona-Krise hat uns einen kleinen, kurzen Einblick gewährt in ein Leben, das von Unsicherheit, Verletzlichkeit und Mangel geprägt ist. Diese Verletzlichkeit bleibt bittere Realität für Millionen Menschen weltweit.

Ernährungssicherheit ist die Grundlage für gesunde, stabile und friedliche Gesellschaften. Im Umgang mit der Corona-Pandemie darf es also nicht nur darum gehen, die Krankheit zu überstehen, sondern vor allem auch darum, die Folgeerscheinungen genau in Blick zu nehmen und zu bekämpfen. Es braucht globale Solidarität und Maßnahmen, um den schwächsten Nationen und Gemeinschaften beizustehen.

Wir finden: Aus der Corona-Pandemie zu lernen muss auch heißen, als globale Gemeinschaft zu handeln und die Schwächsten unter uns vor den verheerenden Folgen der Krise zu schützen.

 

Alle Folgen unseres Corona-Friedenstagebuches finden Sie hier

 

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