Nachrichten - 14. Januar 2026
Friedensorganisationen fordern Ende der Gewalt und Freilassung aller politischen Gefangenen im Iran
Die großen deutschen Friedensorganisationen DFG-VK, IPPNW, Netzwerk Friedenskooperative und Ohne Rüstung Leben haben eine Erklärung zu den andauernden Protesten im Iran veröffentlicht. Wir verurteilen die exzessive Gewalt der iranischen Regierung. Gleichzeitig lehnen wir eine angedrohte militärische Intervention der USA entschieden ab.
Als deutsche Friedensorganisationen stehen wir an der Seite der Menschen im Iran in ihrem Kampf für Freiheit und Menschenrechte. Wir verurteilen die exzessive Gewalt der iranischen Regierung, mit der sie versucht, die Proteste gewaltsam niederzuschlagen. Und wir fordern die Freilassung aller politischen Gefangenen, einschließlich der Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi, sowie ein Ende der Gewalt gegen die Protestierenden. Eine angedrohte militärische Intervention der USA lehnen wir entschieden ab.
Tausende treten unter Lebensgefahr für Menschenrechte ein
Die jüngsten Proteste dauern seit Ende Dezember an. Ursprünglich war ihr Anlass die Abwertung der Landeswährung, inzwischen protestieren landesweit jeden Abend Tausende unter Lebensgefahr für Freiheit, Würde und grundlegende Menschenrechte. Nach den einzelnen Presseberichten, die aus dem abgeschotteten Land nach außen dringen, wurden bisher mehrere Tausend Menschen getötet, über 90 Prozent davon Demonstrierende. Zehntausende wurden verhaftet, vielen davon droht die Hinrichtung.
Erste Todesurteile sind bereits verhängt worden, die Exekutionen für die nächsten Tage angekündigt. Ein Augenarzt aus Teheran berichtet von mehr als 400 Augenverletzungen durch Schusswaffen in einem einzigen Krankenhaus. Das deutet nicht nur auf die Brutalität der iranischen Regierung hin, die offenbar gezielt in die Gesichter der Protestierenden schießen lässt. Es ist auch ein Hinweis darauf, dass die Opferzahlen viel zu niedrig geschätzt sein könnten.
Internationale Gemeinschaft muss alle gewaltfreien Mittel nutzen
Wenn sich die bisherigen Zahlen bestätigen, gibt es nach zwei Wochen jetzt schon vielfach mehr Tote als bei den "Frau-Leben-Freiheit"-Protesten im Jahr 2022, auf die die Regierung bereits mit brutaler, systematischer Gewalt reagiert hatte. Die internationale Gemeinschaft muss alle ihr zur Verfügung stehenden gewaltfreien Mittel nutzen, um die Protestierenden zu schützen, sie zu unterstützen und der Gewalt der iranischen Regierung ein Ende zu setzen.
Eine gemeinsame Erklärung von DFG-VK, IPPNW, Netzwerk Friedenskooperative und Ohne Rüstung Leben, 14. Januar 2026.
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