Presseerklärung - 15. September 2017

Ohne Rüstung Leben beginnt sein 40-jähriges Jubiläum in Mutlangen

Friedensweg Mutlangen 2017 bei Ohne Rüstung Leben

Mit einem Friedensweg in Mutlangen am 23. September 2017 eröffnet die "Ökumenische Aktion für Frieden und Gerechtigkeit" Ohne Rüstung Leben eine Veranstaltungsreihe zu ihrem 40. Geburtstag. Der Friedensweg beginnt im Evangelischen Gemeindezentrum (Ringstraße 32) und geht über fünf Stationen zur Pressehütte (Forststraße 3), wo ab 15:00 Uhr ein gemeinsames Friedensfest stattfindet.


Zum Hintergrund von Ohne Rüstung Leben:

Die "Ökumenische Aktion Ohne Rüstung Leben" begann im Herbst 1977 mit der Formulierung der doppelten Selbstverpflichtung: "Ich bin bereit, ohne den Schutz militärischer Rüstung zu leben. Ich will in unserem Staat dafür eintreten, dass Frieden ohne Waffen politisch entwickelt wird."

Es waren acht Pfarrer um Werner Dierlamm, der die Idee entwickelt hatte, die diese Selbstverpflichtung zunächst unter sich diskutierten und weiterentwickelten. Im April 1978 traten sie damit an die Öffentlichkeit. Die Erklärung "An alle Christen" verbreitete sich Ende der 70er- und Anfang der 80er-Jahre im Nu über ganz Deutschland und gewann bis 1983 insgesamt 23.800 Unterzeichnerinnen und Unterzeichner, darunter viele Prominente und Nichtchristen.


Wichtiger Akteur der Friedensbewegung

Es war die Hoch-Zeit des Kalten Krieges, der mit dem NATO-Doppelbeschluss vom Dezember 1979 eine zusätzliche Eskalation zwischen Ost und West bekommen hatte. In dieser Zeit wurde Ohne Rüstung Leben einer der wichtigen Akteure der Friedensbewegung mit Fasten- und Schweigeaktionen, Demonstrationen und Blockaden vor Militärgeländen überall in Deutschland.

Nach dem Fall des "Eisernen Vorhangs" entwickelte Ohne Rüstung Leben - neben dem bleibenden Engagement zur Abschaffung aller Atomwaffen - Aktivitäten gegen Rüstungsproduktion und Rüstungsexporte, sowie für einen Zivilen Friedensdienst. Die Organisation setzte sich besonders für Frieden und Versöhnung auf dem Balkan und im Kaukasus ein und unterstützte dort Friedensfachkräfte.
(Hier erfahren Sie mehr zur Geschichte von Ohne Rüstung Leben).


Träger renommierter Preise

Ohne Rüstung Leben ist seit 2011 Träger des Göttinger Friedenspreises. Der "Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!", die von Ohne Rüstung Leben mitinitiiert wurde, wurde im Jahr 2012 der Stuttgarter Friedenspreis sowie der internationale deutsche PR-Preis verliehen.

Ohne Rüstung Leben ist eine gemeinnützige Nichtregierungsorganisation (NGO), die ihre Arbeit unabhängig von Staat und Kirchen überwiegend aus Spenden finanziert. Die Bundesgeschäftsstelle ist in Stuttgart.


Veranstaltungen zum 40. Geburtstag:


23. September 2017: Friedensweg Mutlangen

Der Friedensweg Mutlangen 2017 beginnt am 23. September 2017 um 11:00 Uhr im Evangelischen Gemeindezentrum Mutlangen (Ringstraße 32), und geht anschließend über fünf weitere Stationen um das ehemalige amerikanische Raketendepot herum zurück zur Pressehütte (Forststraße 3), wo ab 15:00 Uhr ein gemeinsames Friedensfest stattfindet.

Der Friedensweg wird gemeinsam veranstaltet von Ohne Rüstung Leben und der Pressehütte Mutlangen. Unterstützt wird der Friedensweg von der Evangelischen Kirchengemeinde, der Gemeinde Mutlangen und dem Bürgermobil Mutlangen. Der Friedensweg soll dem "Erinnern - Bewusst werden - Mut machen - Politisch handeln" dienen. Dazu sind alle an der Friedensarbeit interessierten Menschen eingeladen.

  1. Der Friedensweg startet im Evangelischen Gemeindezentrum mit dem Film "Unser Mut wird langen – nicht nur in Mutlangen", der an die Zeit der Sitzblockaden gegen die Stationierung der Pershing II-Raketen zwischen 1983 und 1987 erinnert.

  2. Bei der 2. Station "Wegstücke" wird zu Kunstwerken von Klaudia Dietewich der internationale Städteverbund "Mayors for Peace" vorgestellt, der 1982 vom damaligen Bürgermeister von Hiroshima ins Leben gerufen wurde und zu dem heute (mit Mutlangen) zahlreiche Städte in der ganzen Welt gehören. Sie haben sich verpflichtet, für eine atomwaffenfreie Welt einzutreten.

  3. Die nächste Wegstation ist am Geschichtspfad, den die Gemeinde Mutlangen 2007 eingerichtet hat. Er zeigt die lange militärische Nutzung der Mutlanger Heide schon vor der Pershing II-Stationierung, ehe sie im Jahr 2000 mit der Konversion (Umwandlung) in friedliche Nutzung ein Ende fand.

  4. Einen wichtigen Teil der friedlichen Nutzung kann man an der 4. Station mit dem 2013 eröffneten Solarpark sehen. Er gehört damit unter die (nach Frieden und Gerechtigkeit) dritte Zielsetzung der Friedensbewegung, die Bewahrung der Schöpfung.

  5. Vor den verbliebenen militärischen Bunkern als 5. Station werden Zeitzeugen über ihre Erlebnisse zur Zeit der Pershing II-Stationierung berichten. Es wird aber auch bewusst gemacht, dass in Büchel, Rheinland-Pfalz, noch immer 20 Atomwaffen lagern, die die Grundlage für die "Nukleare Teilhabe" Deutschlands bilden.


Am Ende des Weges erwartet die Pressehütte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur Stärkung mit Essen und Getränken. Die Pressehütte war in den 1980er-Jahren die Anlaufstelle für auswärtige Friedensengagierte in Mutlangen und ist heute eine Bildungs- und Begegnungsstätte der Friedensbewegung.

Neben dem miteinander Feiern können dort auch der Erfahrungsaustausch der Teilnehmerinnen und Teilnehmer und die Überlegungen für weitere Aktivitäten für eine atomwaffenfreie Welt fortgesetzt werden.

 

17. & 18. November 2017: Tagung in Bad Boll

Teil der Veranstaltungen zum 40. Geburtstag ist auch eine Tagung am 17. und 18. November 2017 in der Ev. Akademie Bad Boll mit dem Thema "Friedenslogik politisch entwickeln".

 

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Kontakt für Medienvertreter


Reinhardt Seibert,

Pfarrer i. R. und Mitglied des Vorstandes von Ohne Rüstung Leben, steht gerne für Rückfragen und Interviews zur Verfügung

Mobil 0174 5950184

Material zur Aktion:


Programm Friedensweg 2017

Programm-Flyer zum Friedensweg Mutlangen 2017 [PDF-Download]

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Ohne Rüstung Leben
Arndtstraße 31
70197 Stuttgart

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