Nachrichten - 30. Juni 2016

Eine Zukunft für Europa - nicht ohne Russland!

Nie wieder Krieg zwischen Deutschland und Russland

Auf den Tag genau 75 Jahre ist es heute her, dass die Deutsche Wehrmacht die Sowjetunion überfiel und der brutalste Krieg aller Zeiten begann. Ausgerechnet in diesen Tagen finden wieder militärische Manöver an der Grenze zwischen Europa und Russland statt. Ohne Rüstung Leben unterstützt einen Appell für eine neue Qualität der Deutsch-Russischen-Beziehungen.


Unter Historikern ist unumstritten, dass der Deutsch-Sowjetische Krieg, der mit dem Überfall "Unternehmen Barbarossa" am 22. Juni 1941 begann, der ungeheuerlichste und brutalste Vernichtungskrieg war, den die Welt je gesehen hatte. Wie viele Menschen dabei ihr Leben verloren, kann heute niemand mehr feststellen. Seriöse Quellen sprechen von 25 bis zu 43 Millionen Toten, unter denen sowjetische Opfer mehr als drei Viertel ausmachten.


Schwere Aufarbeitung und Versöhnung

Hitlerdeutschland plante von Beginn an einen Vernichtungskrieg: Menschenrechte und Kriegsrecht, etwa das "Genfer Abkommen zur Behandlung von Kriegsgefangenen", wurden systematisch verletzt. Millionen Kriegsgefangene verhungerten oder erfroren, höherrangige Soldaten wurden erschossen. Wehrmacht und SS begingen Massaker an Zivilisten, belagerten ganze Städte, um die Einwohner auszuhungern. Die Vernichtung aller osteuropäischen Juden trieben sie mit unfassbarer Kälte und Präzision voran.

Vor diesem Hintergrund muss das Verhältnis zwischen Deutschland und Russland noch heute gesehen werden: Auf den zweiten Weltkrieg folgte der Kalte Krieg. Eine Aufarbeitung der Verbrechen und Versöhnung zwischen den Ländern und Menschen war so nur schwer möglich. Auch deshalb leben wir heute, 75 Jahre nach dem Überfall auf die Sowjetunion, wieder in einer Zeit der Konfrontation. Doch unsere gemeinsame Geschichte kann für Deutschland und Russland zu einer großen Chance werden.


Ohne Rüstung Leben fordert neue Qualität der Beziehungen

Viele Stimmen aus Wissenschaft, Politik, Kirchen und Zivilgesellschaft sprechen sich laut gegen den neuen Konfrontationskurs beider Seiten aus. Statt dessen fordern sie den Abbau von Feindbildern. Deutschland könne dabei auf Grund seiner Geschichte eine Vermittlerrolle zukommen. Harald Kujat, Bundeswehrgeneral a.D. und bis 2005 Vorsitzender des NATO-Militärausschusses, drängt etwa darauf, den Nato-Russland-Rat als Mittel des Krisenmanagements und der Deeskalation zu nutzen.

"Niemand in Europa will Krieg gegen Russland führen. Warum muss man dann aber mit ihm drohen?", fragt der Historiker Jörg Baberowski im Interview mit der "Leipziger Volkszeitung". Ohne Rüstung Leben fordert gemeinsam mit über 100 Unterzeichnerinnen und Unterzeichnern in einem von der IALANA initiierten Aufruf, aus dem bislang schrecklichsten aller Kriege endlich die Lehren zu ziehen: Für eine neue Qualität der Deutsch-Russischen Beziehungen.

 



Auszüge aus dem Appell:


"Die deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen sind für beide Länder von herausragender Bedeutung. Russische Kunst, Literatur, Musik und Ballett gehören ebenso zu den Säulen europäischer Kultur wie die deutsche. Dies kann die Basis sein für freundschaftliche Beziehungen, in denen offen und mit Verständnis für die jeweiligen Interessen der anderen Seite über unterschiedliche politische Konzepte im besten Sinne eines Diskurses gestritten werden kann."

"Das schließt die wechselseitige Kritik an gesellschaftlichen Fehlentwicklungen und einseitigen Maßnahmen ausdrücklich mit ein. Alle Gesprächsbeziehungen und Formate müssen dazu genutzt werden, für immer eine neue bewaffnete Auseinandersetzung zwischen Deutschland und Russland auszuschließen."


"An dem historischen Jahrestag des 22. Juni 2016 wenden wir uns daher an Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und die deutsche Bundesregierung: Allein eine Politik der Verständigung mit Russland und der Lösung von Konflikten und Interessenwidersprüchen auf der Grundlage des Völkerrechts bietet die Perspektive einer friedlichen Zukunft für Europa."




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Mehr Informationen


Den Appell können Sie hier in ganzer Länge herunterladen:



"Eine Zukunft für Europa - nicht ohne Russland" [PDF-Download]

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