Ohne Rüstung Leben e.V.
Frieden politisch entwickeln

Presseerklärung - 28. September 2016

Ohne Rüstung Leben fordert sofortigen Stopp der Kämpfe um Aleppo

Zerstörte Straße in Aleppo
Bewohner von Aleppo nach einem Luftangriff, Foto: dpa

Die syrische Stadt Aleppo ist seit vergangener Woche Schauplatz brutaler Gefechte. Seit nunmehr 85 Tagen ist Ost-Aleppo von der Außenwelt abgeschnitten, viele zivile Opfer sind zu beklagen, die humanitäre Lage ist katastrophal. Ohne Rüstung Leben fordert einen sofortigen Stopp aller Kampfhandlungen und die Versorgung der Menschen in der Stadt mit Lebensmitteln und Medizin!

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  • Angesichts des unermesslichen Leids in Aleppo fordert Ohne Rüstung Leben die Regierungen der USA und Russlands auf, ihre Kalte-Krieg-Rhetorik sofort zu beenden und alle Bombardements und sonstigen Kriegshandlungen in Syrien einzustellen!
  • Wir fordern die Regierungen weiterhin auf, entsprechend auf ihre jeweiligen Verbündeten einzuwirken. Gegenseitige Schuldzuweisungen tragen nicht zur Deeskalation bei.
  • Statt Bomben müssen - ähnlich der Berliner Luftbrücke - schnellstmöglich Medizin, Trinkwasser und Lebensmittel über dem belagerten Aleppo abgeworfen werden, um das Überleben der Bevölkerung zu sichern und eine noch größere humanitäre Katastrophe zu verhindern!

 

"Bundesregierung muss diplomatischen Druck erhöhen"

"Die Idee von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel, vor den Botschaften sowohl der USA als auch Russlands für den Frieden in Syrien zu demonstrieren, findet meine Unterstützung", sagt Paul Russmann, Sprecher von Ohne Rüstung Leben.

"Gleichzeitig fordere ich aber Sigmar Gabriel und die Bundesregierung auf, ihrerseits den diplomatischen Druck auf die Akteure in der Konfliktregion zu erhöhen, den Syrieneinsatz der Bundeswehr zu beenden und alle Waffenlieferungen in die Region sofort einzustellen!"


Zum Hintergrund:

Trotz einer zwischen den USA und Russland vermittelten und ausgehandelten Waffenruhe kämpfen alle Kriegsparteien in Syrien weiter. In Aleppo liefert sich die Koalition aus russischen und Regierungstruppen von Präsident Bashar al-Assad schwerste Kämpfe mit bewaffneten Gruppen von Rebellen und anderen Assad-Gegnern.

Die Opfer sind vor allem Einwohner, die noch nicht aus der belagerten Stadt geflohen sind, und zivile Hilfsorganisationen, wie die "Weißhelme". Augenzeugen berichten vom Einsatz von Phosphor- und Splitterbomben bei den massiven Luftschlägen und davon, dass Teile der Bevölkerung seit Tagen keinen Zugang mehr zu Trinkwasser haben. Die wenigen verbleibenden Ärzte und Chirurgen arbeiten nahezu durchgehend, müssen jedoch viele Verletzte aufgeben, da ihnen Ausrüstung und Medikamente fehlen.

Mit 2,5 Millionen Einwohnern war Aleppo vor Kriegsbeginn die zweitgrößte Stadt Syriens. 275.000 - 300.000 Menschen sollen sich immer noch im seit 85 Tagen belagerten Ostteil der Stadt befinden.


 

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