Nachrichten - 18. April 2017

Rückblick auf die Ostermärsche 2017

Ostermarsch Saar 2017
Foto: © Waltraud Andruet

Mehrere zehntausend Menschen reihten sich am Wochenende in die zahlreichen Ostermärsche in Deutschland ein. Sie setzten angesichts der bedrohlichen und bestürzenden Nachrichten aus Nordkorea, Syrien, Afghanistan, dem Jemen und zahlreichen anderen Regionen der Welt ein Zeichen für Frieden und demonstrierten gegen Rassismus, Rüstungsexporte, Atomwaffen und Gewalt.


Das Netzwerk Friedenskooperative in Bonn zeigte sich zufrieden mit den Ostermärschen. Trotz vielerorts widriger Wetterverhältnisse mit Regen und kaltem Wind legten die Teilnehmerzahlen leicht zu. "Die Ostermärsche sind weiterhin ein wichtiges Zeichen, wie besorgt viele Menschen um den Frieden in Europa und weltweit sind ... Das Scheitern der Politik mit militärischen Mitteln wird dabei überdeutlich im Fall von Syrien und Afghanistan", sagte Philipp Ingenleuf vom Netzwerk Friedenskooperative.

Auf Kritik, die Friedensbewegung habe im Kalten Krieg weitaus mehr Menschen auf die Straße gebracht, reagiert Roland Blach von der DFG-VK, der auf dem Ostermarsch in Stuttgart vor rund 2.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern sprach. "Zum Mitmachen zu ermutigen ist schwieriger geworden, weil die Lage so komplex und verworren ist", sagte er im SWR-Fernsehen. Angesichts der unberechenbaren und komplizierten Lage der Welt fällt es vielen Menschen schwer, Position zu beziehen. "Man braucht eine klare Haltung, für die man auf die Straße geht", so Blach.


Wer Frieden will, muss Frieden vorbereiten

Eine solche Haltung hat Paul Russmann von Ohne Rüstung Leben. Vor etwa 300 Menschen sprach er in Saarbrücken und sagte in seiner Rede: "Wer wirklich Frieden will, muss den Frieden vorbereiten – er muss symbolisch in den Schuhen der Ängste und Interessen des anderen gehen." Russmann kritisierte die Kriege auf der Welt und die deutschen Rüstungsexporte scharf. Mit Worten von Papst Franziskus beklagte er "dass Waffen produziert und verkauft werden und Menschen auf dem Altar des Geldes geopfert werden."

Den Abschluss der Ostermärsche bildet traditionell der "Internationale Bodensee-Friedensweg". Mit 800 Teilnehmerinnen und Teilnehmern kamen mehr Menschen als erwartet nach Friedrichshafen. Marwan Alalloush, der 2015 aus Syrien nach Deutschland kam, machte in seiner berührenden Rede deutlich, wie wichtig das Engagement jeder und jedes Einzelnen ist: "Einen schlechten Krieg kann ein schlechter Mann alleine anfangen. Aber um Frieden zu machen, müssen sehr viele Menschen mit ganzem Herzen zusammenarbeiten."

 

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