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Nachrichten - 17. Februar 2020

Machtkampf bei "Heckler & Koch" geht in die nächste Runde

Attrappe eines "Heckler & Koch"-Gewehr

Bei der außerordentlichen Hauptversammlung von Heckler & Koch im letzten Dezember wurden die Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre Zeugen eines offen ausgetragenen Machtkampfes. Die luxemburgische Finanzholding CDE will die Mehrheit an dem deutschen Kleinwaffenhersteller übernehmen. Nun hat sie weitere Schritte ergriffen. 


Whrend der Hauptversammlung hatten die Vertreterinnen und Vertreter der "Compagnie de Développement de l‘Eau" (CDE), die dem französischen Investor Nicolas Walewski zugeordnet wird, offensiv den bisherigen Mehrheitsaktionär Andreas Heeschen in Frage gestellt. Bereits vorab lehnten sie einen zusätzlichen Aufsichtsratsposten für den bisherigen Mehrheitsaktionär Andreas Heeschen ab. Da die CDE offiziell jedoch nur wenig mehr als fünf Prozent der "Heckler & Koch"-Aktien hält, konnte sie sich in diesem Punkt nicht durchsetzen.


Anfechtungsklage gegen Beschlüsse der Hauptversammlung

Mit dem außergewöhnlich offensiven Auftreten der Finanzholding wurde jedoch endgültig klar, dass die ehemaligen Geschäftspartner Heeschen und Walewski nun schwere Geschütze auffahren, um über die Macht bei "Heckler & Koch" zu entscheiden. Wie es weitergeht, ist völlig offen. Eine äußerst ungünstige Situation für den Kleinwaffenhersteller, der sich eigentlich als zuverlässiger Partner für anstehende Bundeswehraufträge darstellen möchte.

Medienberichten zufolge hat die CDE nun Anfechtungsklage gegen Beschlüsse der außerordentlichen Hauptversammlung vom Dezember 2019 erhoben. Solange diese Klage vom Landgericht Stuttgart geprüft wird, können die betroffenen Entscheidungen der Hauptversammlung nicht umgesetzt werden - unter anderem kann Heeschen seinen Posten im Aufsichtsrat von "Heckler & Koch" nicht antreten.


Wem gehört die Mehrheit an "Heckler & Koch"?

Pikant dabei: Wie vor einigen Wochen bekannt wurde, hat Andreas Heeschen bereits vor Jahren einen großen Teil seiner Aktien an die CDE verpfändet - offenbar als Sicherheit für Kredite, die der finanziell klamme Kleinwaffenhersteller dringend benötigte. Die CDE plant nun, die Mehrheit an "Heckler& Koch" zu übernehmen. Die dafür notwendige Genehmigung der Bundesregierung steht jedoch seit mehreren Monaten aus. Die Strukturen hinter der CDE seien undurchsichtig, ist als Grund zu vernehmen.

Wer hat jetzt das Sagen bei "Heckler & Koch"? Wer bestimmt den Kurs des G 36-Herstellers, der von der Bundesregierung offensichtlich weiterhin als strategisch wichtiges Unternehmen wahrgenommen wird? Für die Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre steht fest: Egal wer in Zukunft Heckler & Koch leiten, kontrollieren oder besitzen wird - Kleinwaffenexporte an kriegführende und menschenrechtsverletzende Staaten müssen unterbunden werden.

Das werden wir auch auf der nächsten Hauptversammlung wieder einfordern.


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