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Termin - 26. April 2019 - UPDATE: 28. Mai 2019

Proteste bei der Rheinmetall-Hauptversammlung in Berlin

Proteste bei der Rheinmetall-Hauptversammlung 2019
Auch Greenpeace protestierte vor der Rheinmetall-Hauptversammlung 2019

Aktionärinnen und Aktionäre der Rheinmetall AG trafen sich am heutigen 28. Mai 2019 in Berlin zu ihrer Hauptversammlung. Der größte deutsche Rüstungskonzern konnte hervorragende Zahlen präsentieren: Volle Auftragsbücher, steigende Gewinne und hohe Dividenden. Rund 300 Menschen sorgten mit Protesten dafür, dass die Schattenseiten der Rüstungsgeschäfte nicht in Vergessenheit geraten.


Vor und bei der Aktionärshauptversammlung der Rheinmetall AG im Berliner Maritim-Hotel kam es zu verschiedenen Protestaktionen. Aktivistinnen und Aktivisten von Greenpeace seilten ein Banner ab, das den Einsatz von Rheinmetall-Bomben im Jemen-Krieg anprangerte. Bei der offiziellen Kundgebung sprachen Vertreterinnen und Vertreter von Politik und Zivilgesellschaft, darunter Charlotte Kehne, Referentin für Rüstungsexportkontrolle bei Ohne Rüstung Leben und Sprecherin der "Aktion Aufschrei - Stoppt den Waffenhandel!".

Auch Charlotte Kehne kritisierte in ihrer Rede den Einsatz von Waffen des Rheinmetall-Konzerns durch Saudi-Arabien im Jemen-Krieg. Sie forderte die Bundesregierung auf, "endlich Konsequenz [zu] zeigen und ein dauerhaftes, lückenloses Exportverbot für alle Länder [zu] verhängen, die im Jemen Krieg führen. Das muss auch beinhalten, dass bestehende Lücken geschlossen werden, die es Rheinmetall bisher ermöglichen, deutsche Exportbeschränkungen zu umgehen!"


"Damit muss Schluss sein!"

"Angesichts der Tatsache, dass Empfängerländer von Rüstungsgütern aus dem Hause Rheinmetall Menschenrechte missachten und Kriege führen, sind Sätze im Geschäftsbericht wie 'Rheinmetall achtet und unterstützt innerhalb seines Einflussbereichs den Schutz international anerkannter Menschenrechte' einfach nur noch zynisch. Damit muss Schluss sein!", so Charlotte Kehne weiter.

Denn von Afrin in Syrien, wohin türkische Leopard-2-Panzer mit Waffensystemen von Rheinmetall rollten, bis Saada im Jemen, wo Saudi-Arabien Bomben aus der Produktion einer italienischen Rheinmetall-Tochter abwirft, kommen Produkte des Konzerns in zahlreichen Kriegen weltweit zum tödlichen Einsatz. Oft werden sie nicht aus Deutschland exportiert, sondern von einer der internationalen Beteiligungen des Konzerns, die nicht der deutschen Rüstungsexportkontrolle unterliegen.


Rheinmetall gründet neues Joint-Venture

Der Rheinmetall-Vorstand gab nun bekannt, ein weiteres solches Joint-Venture zur Entwicklung und Produktion militärischer Zünder in den USA zu gründen. Wir fordern die Rheinmetall AG und alle ihre internationalen Beteiligungen auf, die Rüstungsexporte an kriegführende und menschenrechtsverletzende Staaten zu stoppen. Als "Kritische Aktionärinnen und Aktionäre" konfrontierten Ohne Rüstung Leben und seine Partner den Rheinmetall-Vorstand im Laufe des Tages auch direkt auf der Hauptversammlung mit dieser Forderung.

Der südafrikanische Journalist und Autor Terry Crawford-Browne warf dem Konzernvorstand vor, in seinem Heimatland Verursacher massiver Umweltverschmutzungen zu sein und den Schutz seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu missachten. Bei einer Explosion in einer Munitionsfabrik des südafrikanischen Rheinmetall Joint-Ventures im September 2018 starben acht Arbeiter. Ihre Familien hätten keine angemessene Unterstützung erhalten, sagte Crawford-Browne in seiner Rede bei der Hauptversammlung: "Die Menschen haben ein Recht auf Anerkennung."

 

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Die Rheinmetall AG aus Düsseldorf ist Deutschlands größter Rüstungskonzern. In der Rüstungssparte "Rheinmetall Defence" werden Munition, Panzer, Waffen, Militärfahrzeuge und elektronische Lösungen angeboten.

Auf unserer Themenseite finden Sie alle bisherigen Meldungen und aktuellen Nachrichten zu den Rüstungsexporten der Rheinmetall AG.

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