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Nachrichten - 14. Juni 2021

SIPRI: Anzahl einsatzbereiter Atomwaffen steigt

Weltweite Atomwaffen - Anzahl 2021

Die beiden größten Atommächte haben ihre Arsenale wie im New-Start-Vertrag vereinbart leicht reduziert - das ergibt sich aus dem neuen SIPRI-Jahrbuch. Das schwedische Friedensforschungsinstitut liefert darin aktuelle Daten zur Größe und Zusammensetzung der weltweiten Atomwaffen-Bestände. Zwei Entwicklungen lassen aufhorchen.


Die Zahl aller Atomwaffen weltweit betrug im Januar 2021 rund 13 080 - das sind 320 weniger als im Vorjahr, aber immer noch genug, um die Menschheit mehrmals auszulöschen. Das Friedensforschungsinstitut musste dabei wieder auf Schätzungen und Hochrechnungen zurückgreifen, da wenig offizelle Zahlen verfügbar sind. Neun Staaten besitzen laut SIPRI derzeit Atomwaffen, Russland und die USA mit Abstand die meisten (zusammen mehr als 11.800).

Allerdings gehen die Forscherinnen und Forscher davon aus, dass auch die Reduzierung der Atomwaffen im Jahr 2020 ausschließlich auf das Konto der beiden Großmächte ging: Gemäß ihrer Vereinbarungen aus dem kürzlich in letzter Minute verlängerten New-Start-Vertrag haben sie veraltete Sprengköpfe entsorgt. China, Großbritannien, Indien und Pakistan hingegen haben ihre Arsenale vergrößert. Und auch für Nordkorea unterstellet SIPRI ein Wachstum, betont aber, dass es aus dem abgeriegelten Land kaum verlässliche Informationen gibt.


Zahl der einsatzbereiten Waffen steigt

Zwei Aspekte bezeichnen die Autorinnen und Autoren des SIPRI-Jahrbuches als besorgniserregend: Zum einen ist die Zahl der einsatzbereiten Atomsprengköpfe im letzten Jahr von 3.720 auf 3.825 gestiegen. Darunter zählt das Forschungsinstitut alle Sprengköpfe, die auf Raketen montiert sind oder sich auf aktiven Stützpunkten befinden. Rund 2.000 davon seien auf hoher Alarmstufe. Sowohl Russland als auch die USA haben die Zahl ihrer einsatzbereiten Atomwaffen im vergangenen Jahr erhöht.

Der SIPRI-Atomwaffenforscher Hans M. Kristensen sieht in den aktuellen Zahlen "ein beunruhigendes Zeichen dafür, dass der rückläufige Trend, der seit dem Ende des Kalten Krieges charakteristisch für die Zahl der weltweiten Atomwaffenarsenale war, ins Stocken geraten ist". Sowohl Russland als auch die USA setzten in ihren nationalen Sicherheitsstrategien wieder stärker auf Atomwaffen.


Investitionen in neue Atomwaffen steigen

Der zweite besorgniserregende Trend sind die zunehmenden Investitionen in neue Atomwaffen. In den beiden größten Atomwaffenstaaten seien umfangreiche und teure Programme zur Erneuerung und Modernisierung der Atomwaffen, Raketen, Trägerflugzeuge und Produktionsstätten gestartet. Und auch die sieben anderen Atomwaffenstaaten entwickeln neue Atomwaffensysteme oder haben dies angekündigt.

Diese Einschätzung entspricht den Zahlen aus einer aktuellen Studie der "Internationalen Kampagne zur Abschaffung aller Atomwaffen" (ICAN). Demnach wurden im vergangenen Jahr 72,6 Milliarden US-Dollar (umgerechnet rund 60 Milliarden Euro) für den Ausbau der weltweiten Atomwaffen-Arsenale ausgegeben. Eine Steigerung um mehr als 1,4 Milliarden Dollar - mitten in einer weltweiten Pandemie.

 

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