Ohne Rüstung Leben e.V.
Frieden politisch entwickeln

Nachrichten - 5. März 2018 - UPDATE: 5. April 2018

Widerspruch bei der Hauptversammlung: Kritische Aktionäre prangern Exporte von Daimler-Militärfahrzeugen an

Türkischer Daimler-Panzertransporter vor der syrischen Grenze
Ein Panzertransporter von Daimler ist im Januar 2018 auf dem Weg nach Syrien, Foto: © dpa

Im Januar 2018 brachte die türkische Armee Panzer in die syrischen Kurdengebiete. Auf dem Kühler einiger der Panzertransporter glänzte der Mercedes-Stern. Jetzt machen die Kritischen Aktionäre diese Verstrickung auf der Daimler-Aktionärshauptversammlung in Berlin zum Thema: Mit Protesten vor dem Kongresszentrum, Redebeiträgen und Gegenanträgen.


Kritische Fragen zur Exportpraxis

Gegenüber dem Vorjahr steigerte die Daimler AG den Export von Fahrzeugen zur militärischen Nutzung im Jahr 2016 um fast ein Drittel. 4.571 Unimogs, Panzertransporter und andere Militärfahrzeuge (Vorjahr: 3.465) wurden an 23 Staaten geliefert (Vorjahr: 16). Unter den Empfängerländern waren Abu Dhabi, Algerien, Jordanien, Katar, Kuwait, Pakistan, Saudi-Arabien und die Türkei.

In seinem Gegenantrag zur Aktionärshauptversammlung der Daimler AG am 5. April 2018 in Berlin fordert Paul Russmann von Ohne Rüstung Leben, den Vorstand nicht zu entlasten. "Es ist eine Folge der Produktion von Militärfahrzeugen durch die Daimler AG, wenn Militärtransporter mit dem Mercedes-Stern deutsche Leopard-Panzer beim völkerrechtswidrigen Einmarsch der türkischen Armee in Syrien transportieren", zeigt sich Russmann empört.


Charlotte Kehne kritisiert Lieferungen in Krisengebiete

Charlotte Kehne, Referentin für Rüstungsexportkontrolle bei Ohne Rüstung Leben, kritisiert, dass der Konzern in seinem Geschäftsbericht 2017 die Lieferungen von Militärfahrzeugen abermals unerwähnt lässt: "Unter den Empfängerländern befinden sich Staaten, in denen die Menschenrechte mit Füßen getreten werden und die in Krisengebieten liegen, zum Beispiel Katar, Pakistan, Saudi-Arabien oder die Türkei".

"Diese Exporte wurden zwar durch die Bundesregierung genehmigt, doch Legalität bedeutet nicht automatisch ethische Legitimität. Hier muss Daimler endlich auf die Bremse treten und die Lieferung von Mercedes-Militärfahrzeugen an kriegführende und menschenrechtsverletzende Staaten stoppen!", so Kehne. In Ihrem Redebeitrag bei der Hauptversammlung des Automobilkonzerns in Berlin wird sie diese Forderung unterstreichen.


UPDATE: Hier finden Sie die Antworten des Daimler-Vorstandes auf unsere Fragen bei der Hauptversammlung 2018.


kritischeaktionaere.de

 

‹ alle aktuellen Nachrichten

‹ zurück

Bilder von der Daimler-Hauptversammlung 2018


Ohne Rüstung Leben und die Kritischen Aktionäre protestieren gegen Daimler-Panzertransporter

Proteste vor der Hauptversammlung in Berlin [Zum Vergrößern klicken]

Mehr Informationen


Die diesjährige ordentliche Hauptversammlung der Daimler AG findet am 5. April 2018 in Berlin statt.

Alle Gegenanträge 2018 auf der Website der Daimler AG


Pressemitteilung der Kritischen Aktionäre (3. April 2018):

"Daimler-Vorstand nicht entlasten" [PDF-Download]

Kontakt

Ohne Rüstung Leben
Arndtstraße 31
70197 Stuttgart

Telefon 0711 608396
Telefax 0711 608357

E-Mail orl[at]gaia.de

Spendenkonto
IBAN  DE96 5206 0410 0000 4165 41
BIC  GENODEF1EK1

Evangelische Bank