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Nachrichten - 6. Oktober 2017

Weltweite Militärausgaben auf 227 US-Dollar pro Kopf gestiegen

Weltweite Rüstungsausgaben pro Kopf

Die Zahl der gewalttätigen Konflikte steigt immer weiter, angeheizt durch steigende Militärausgaben und wachsenden weltweiten Handel mit schweren Waffen. Das ist die erschreckende Bilanz, die das Jahrbuch des Friedensforschungsinstitutes SIPRI zieht. Ein großer Teil der Rüstungsexporte geht an Länder in Krisen- und Kriegsgebieten - und verstärkt dort humanitäre Katastrophen.


Die weltweiten Militärausgaben haben im Jahr 2016 das hohe Niveau des Vorjahres erreicht und dieses sogar um 0,4 Prozent übertroffen. SIPRI schätzt die Ausgaben auf 1,686 Billionen US-Dollar - das entspricht 227 US-Dollar pro Person. Der weltweite Handel mit schweren Waffensystemen (zum Beispiel Panzern, Kampfflugzeugen und Hubschraubern) war im Zeitraum von 2012 bis 2016 gar um 8,4 % höher als im Vergleichszeitraum von 2007 bis 2011.


86 Prozent mehr in den Nahen Osten...

Unter den fünf größten Exporteuren solcher schweren Waffen liegt Deutschland auf Platz fünf. Nur die USA, Russland, China und Frankreich exportieren mehr. Die Rheinmetall AG, Deutschlands größte Rüstungsfirma, schaffte es 2015 auf Platz 30 aller Rüstungsunternehmen weltweit. Vergleichszahlen waren jedoch teilweise nur mit großem Aufwand zu ermitteln, die Autorinnen und Autoren des SIPRI-Jahrbuches heben die Intransparenz hervor, die den Rüstungssektor in vielen Ländern weiterhin umgibt.

Brennglas der globalen Entwicklungen ist die Region zwischen dem Maghreb und der arabischen Halbinsel, die sogenannte MENA-Region. Im Jahr 2016 haben mindestens sieben der 16 Länder dieser Region ihre militärischen Kräfte im Inland eingesetzt, 11 Länder führten Kampfhandlungen außerhalb ihres Staatsgebietes durch. Gleichzeitig liegt der Nahe Osten auf dem traurigen zweiten Platz der Empfänger von Waffenexporten - mit einem Anstieg der Rüstungsimporte um unfassbare 86 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum vor 2011.


... und im Jemen grassiert die Cholera

Saudi-Arabien, der mit Abstand größte Waffenimporteur in der Region, brachte 2016 die weltweit vierthöchsten Militärausgaben auf. Für deutsche Rüstungsexporte war Riad unter den drei wichtigsten Kunden. Gleich hinter der saudischen Grenze, im mittlerweile fast vollständig isolierten Jemen, werden die Folgen des ungebremsten Waffenhandels deutlich: So werfen die Vereinten Nationen der Koalition unter Führung von Saudi-Arabien vor, allein im vergangenen Jahr für den Tod von 683 Kindern verantwortlich gewesen zu sein.

38 Mal habe die Militärkoalition Schulen oder Krankenhäuser angegriffen. Nun soll untersucht werden, ob es sich dabei um Kriegsverbrechen handelt. Gleichzeitig sind mittlerweile mehr als 700.000 Menschen im Jemen mit der Cholera infiziert - auch, weil es wegen der Zerstörungen nicht mehr genug frisches Wasser gibt. Rund 4,5 Millionen Kinder und stillende Mütter sind laut "Ärzte ohne Grenzen" durch die Blockade des Landes akut mangelernährt.

Und während weltweit 227 US-Dollar pro Person in Waffen und Militär fließen, würden laut UNICEF bereits 36 Euro im Monat genügen, um ein hungerndes Kind im Jemen mit Spezialnahrung zu versorgen.

 

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Das Königreich Saudi-Arabien verletzt die Menschenrechte im eigenen Land, unterdrückt Frauen und verhindert jede Form von Opposition. Gleichzeitig führt Riad einen brutalen, völkerrechtswidrigen Krieg im Jemen an. Dennoch genehmigt Deutschland weiter den Export von Rüstungsgütern nach Saudi-Arabien.

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