Ohne Rüstung Leben e.V.
Frieden politisch entwickeln

Nachrichten - 25. April 2018

Friedensdelegation fordert bei der UNO in Genf atomare Abrüstung

Die Delegation vor der UNO in Genf
Die Delegation vor der UNO in Genf, Foto: © Ralf Schlesener

Mit Unterstützung von Ohne Rüstung Leben ist eine Delegation der "Friedenswerkstatt Mutlangen" und des "Internationalen Versöhnungsbundes" zur UNO nach Genf gereist, wo das Vorbereitungskomitee über den Atomwaffensperrvertrag berät. Heute sprachen Vertreter der Delegation vor den Diplomaten und forderten ein Bekenntnis zu atomarer Abrüstung.


"Der INF-Vertrag wurde vor dreißig Jahren von Ronald Reagan und Michail Gorbatschow unterzeichnet. Es war zum ersten Mal, dass eine ganze Klasse von Atomwaffen abgerüstet wurde, anstatt nur Grenzen festzulegen. ... So war der Vertrag ein zentrales Element zur Überwindung des Kalten Krieges", betonte Wolfgang Schlupp-Hauck von der "Friedenswerkstatt Mutlangen" in seiner Rede die Bedeutung des Vertrages über die Vernichtung aller nuklearen Flugkörper mit mittlerer und kürzerer Reichweite.


Abrüstungsverträge schaffen Sicherheit

Gleichzeitig äußerten Schlupp-Hauck und die Rednerin Birgit Schaffitzel ihre Sorgen über die Zukunft des Vertrages: "Wir sind besorgt, dass die technischen Aufrüstungen von Atomwaffen eine nicht zu kontrollierende weltweite Aufrüstungsspirale in Gang setzen". Über zahlreiche Atomwaffenstaaten hinweg sind derartige Aufrüstungsprogramme geplant oder in der Umsetzung, auch die US-Atomwaffen in Büchel sollen technisch aufgerüstet werden.

"Wir glauben, dass die Existenz und Einhaltung von Abrüstungsverträgen Sicherheit schafft", so Friedensaktivist Schlupp-Hauck. "Die humanitären Folgen des Einsatzes von Atomwaffen sind so katastrophal, dass es keine Rechtfertigung für ihre Produktion, ihre Bereithaltung und ihren Einsatz gibt ... Wir rufen alle Staaten - als Deutsche insbesondere unsere Regierung - dazu auf, dem Vertrag über das Verbot von Kernwaffen so bald wie möglich beizutreten."


"Mutlanger Manifest" überreicht

Bereits am Montag (23. April 2018) waren in der gemeinsamen Delegation Vertreterinnen und Vertreter verschiedener deutscher Friedensorganisationen und engagierte junge Menschen in Genf eingetroffen. Am Vormittag begrüßten sie die Diplomaten der Kommission (NPT PrepCom) vor der UNO. Mit Transparenten forderten sie, die Versprechen des mittlerweile 50 Jahre alten atomaren Nichtverbreitungsvertrages ("Atomwaffensperrvertrag") zu erfüllen und alle Atomwaffen abzuschaffen.

Am Dienstag thematisierte ein internationaler Workshop mit Susi Snyder (Pax, Niederlande) und Pavel Podvig (UN Institute for Disarmament Research, Genf) das "Mutlanger Manifest" und den INF-Vertrag. Im Rahmen des Workshops wurde ein Grußwort der Mutlanger Bürgermeisterin Stephanie Eßwein vorgetragen und das "Mutlanger Manifest 2017" an den deutschen Abrüstungsbotschafter bei der UNO in Genf, Michael Biontino, übergeben.

In den kommenden Tagen haben die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Delegation Gelegenheit, die Verhandlungen der Diplomaten zu beobachten und an einem umfangreichen Rahmenprogramm teilzunehmen. Ohne Rüstung Leben hat einer der Teilnehmerinnen die Reise nach Genf ermöglicht.

 

‹ alle aktuellen Nachrichten

‹ zurück

Die Vereinten Nationen haben einen Atomwaffenverbotsvertrag ausgehandelt und durch die insgesamt 122 teilnehmenden Staaten verabschiedet. Im September 2017 wurde der Vertrag zur Ratifizierung freigegeben.

Auf unserer Themenseite finden Sie alle bisherigen Meldungen und aktuellen Nachrichten zum UN-Atomwaffenverbotsvertrag.

 

Kontakt

Ohne Rüstung Leben
Arndtstraße 31
70197 Stuttgart

Telefon 0711 608396
Telefax 0711 608357

E-Mail orl[at]gaia.de

Spendenkonto
IBAN  DE96 5206 0410 0000 4165 41
BIC  GENODEF1EK1

Evangelische Bank

Machen Sie mit!

Unterstützen Sie mit uns die ICAN-Erklärung für Abgeordnete und suchen Sie das persönliche Gespräch mit den Abgeordneten in Ihrem Wahlkreis.